Osis und Haraldsson betonen, dass sich in fast allen Kulturen der Glaube von einem Leben nach dem Tod manifestierte. Dass sich daran nichts geändert hat, geht aus einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 1975 hervor: 69% der Amerikaner glauben, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, 20% glauben nicht an eine Weiterexistenz und 11% sagen, sie wüssten es nicht. Dieses Ergebnis wird durch eine deutsche Roper-Umfrage aus dem Jahr 1973 bestätigt: 70 % der Amerikaner gaben in dieser Umfrage an, dass sie an ein Leben nach dem Tod glauben.
Die Autoren weisen aber daraufhin, dass derartige Umfragen nicht stichhaltig sind, weil sie nur Meinungen und Glaubensvorstellungen wiedergeben. Glaube kann rational oder irrational sein, merken Osis/Haraldsson an. Dazu schreiben die Autoren: "Der rationale Glaube gründet sich auf Wissen, auf Tatsachen. Er wächst aus einer Erfahrung, die den Test der logischen Überprüfung und, soweit möglich, der wissenschaftlichen Untersuchung bestanden hat" (Osis/Haraldsson 1987:24). Diese Aussage erscheint wichtig, zumal ausschließlich die Erfahrungen der Befragten zur Erforschung beitragen kann. Glaube und damit in Zusammenhang stehende Argumente seitens der Philosophen und Mystiker reichen nicht aus, um stimmiges Tatsachenmaterial zu sammeln, meinen die Autoren. "Unserer Meinung nach ist die Wissenschaft die Antwort. Damit meinen wir nicht unbedingt die vorherrschende Meinung der Wissenschaftler, sondern die Methode der Wissenschaft" (Osis/Haraldssson 1987:25). Weder die Philosophie noch die Autorität des Establishment gelten ihrer Ansicht nach als Richtlinien, sondern vielmehr die empirische Forschung, die Untersuchung an jenen Menschen, die tatsächlich angeben, ein Nahtoderlebnis erlebt zu haben. Was die Wissenschaft offenkundig über ein Leben nach dem Tod darlegt, lässt sich in fünf Hauptkategorien unterteilen (ibid:26).