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Dem Ereignis mit Jung im Jahr 1909 gingen weitere Erlebnisse Freuds voran. Hans Bender berichtet:

"Es war im Jahre 1906, als die kleine Gruppe der Getreuten Freud zu seinem fünzigstem Geburtstag eine Medaille schenkte, die auf der Vorderseite des Meisters Profil im Basrelief und auf der Rückseite eine griechische Zeichnung des Königs Ödipus vor der Sphinx zeigt. Umrahmt ist die Zeichnung von einem Vers aus König Ödipus von Sophokles: " Der das berühmte Rätsel löste und gar ein mächtiger Mann war" (Vgl. Bender 1966). 

"Bei der Überreichung der Medaille", so Ernest Jones, " ereignete sich ein merkwürdiger Zwischenfall. Als Freud die Inschrift las, wurde er blaß, unruhig und fragte mit erstickter Stimme, wer diese Idee gehabt habe. Er benahm sich wie ein Mensch, dem ein Geist erschienen ist [...] Als Federn ihm gesagt hatte, dies sei seine Idee gewesen, berichtete Freud: Als junger Student habe er unter den Arkaden der Wiener Universität die Büsten früherer, berühmter Professoren betrachtet. Damals habe er sich in der Phantasie ausgemalt, daß dort künftig seine Büste  stände und darunter, gerade diese Worte aus dem Ödipus des Sophokles graviert seien, die er jetzt auf der Medaille vor sich sehe" (Jones 1969:389)

Freud befürwortete einen allgemeinen Schritt an die Öffentlichkeit, obgleich er wusste, wie gefährlich dies für einen am Anfang seiner Karriere stehenden Wissenschaftler sein würde. Jeder Universitätsdozent, der es wagte, unkonventionelle psychologische Ideen vorzutragen, musste mit Diffamierung rechnen. Freud wurde Mitglied mehrerer nationaler Gesellschaften für parapsychologische Forschungen und experimentierte selbst mit Medien. 1924 schrieb er an Ernest Jones, seinen Schüler und späteren Biographen, dass er bereit sei: "Die Sache der Telepathie durch die Psychoanalyse zu unterstützen" (Ford 1971:46). Jones riet ihm jedoch davon ab mit der Befürchtung, dass die Psychoanalyse in Misskredit geraten könnte. Dieser verhinderte auch , dass Freud im Jahr 1922 eine Abhandlung über "Psychoanalyse und Telepathie" am Internationalen Kongress der Psychoanalyse vortrug. Sie wurde erst nach Freuds Tot veröffentlicht. Am Ende seiner Laufbahn äußerte Freud: "Wenn ich noch einmal beginnen könnte, würde ich mich der Parapsychologie widmen" (ibid: 47).

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