Die Kristallomantie war im Lauf der Jahrhunderte einer Flut von Diffamierungen ausgesetzt. Naturgemäß lassen sich in der Geschichte der Kristallomantie Scharlatane und betrügerische Aktionen nachweisen, die ihre Wirksamkeit und ihren Einfluss maßgeblich behinderten. Unabhängig von ihrem Missbrauch jedoch, gab es und gibt es seit jeher Skeptiker und Gegner. Der größte Gegener rührt mit Sicherheit aus dem theologischen Kreis her. Amtsträger ächteten die Kristallomantie, weil sie ihrer Ansicht nach das Wirken von dämonischen Kräften heraufbeschwor. Dazu schreibt Moody: " Was die Andeutungen angeht, dass die Kräfte des Bösen nur darauf lauern, uns mit Hilfe des Spiegels zu verderben, so vermute ich, dass es sich hier um Versuche handelt, uns Angst einzujagen und zu ideologischer Anpassung und Fügsamkeit zu bringen [...] Was nun aber das spezielle Thema der Kristallomantie angeht, so kann ich nur sagen, dass sich für Theologen gravierende Argumentationsnöte ergeben, wenn kirchliche Autoritäten sie mit dämonischen Praktiken in Verbindung bringen. Denn wenigstens eine der heiligen Gestalten der Bibel praktizierte sehr wahrscheinlich eine Form der Kristallomantie, um mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten. Josef blickte dazu in einen silbernen Kelch, der er bei sich trug" (Moody 1994:51).
Folgende Zitate aus der Bibel sind unmissverständlich und bedürfen keiner weiteren Interpretation:
"Gegen einen, der sich an Totenbeschwörer und Wahrsager wendet und sich mit ihnen abgibt, richte ich mein Angesicht und merze ihn aus seinem Volk aus" Lev. 20,6
"Männer und Frauen, in denen ein Toten- oder Wahrsagergeist ist, sollen mit dem Tod bestraft werden. Man soll sie steinigen, ihr Blut soll auf sie kommen" Lev.20,27