Raymond A. Moody führte eine Vielzahl an Kristallomantie-Sitzungen durch. Dazu konstruierte er ein "Psychomanteum", eine Art Erscheinungskabine, in welcher ein großer Spiegel derart angebracht war, dass für den Praktizierenden der Eindruck entstand, in einen klaren, dreidimensionalen, tiefen Raum zu blicken.
Zu seinen Sitzungen äußert Moody: "Das verwirrendste an diesen Begebenheiten war die Tatsache,daß sich meine Versuchspersonen sicher waren, reale Wiederbegegnungen und keine Phantasien erlebt zu haben. Dies war deshalb so verblüffend, weil ich ganz bewußt besonders stark geerdete und vernünftige Menschen als Versuchspersonen ausgewählt hatte. Ich ging davon aus, daß jeder von ihnen imstande war,sicher zu beurteilen,ob es sich um eine reale Begegnung handelt oder nicht. Und ich hatte erwartet,daß sie mir berichten würden,ihre Vision gliche der Art von Bildern,wie sie sie in Träumen hatten.Doch das Gegenteil war der Fall" (Moody 1994: 39).
Moody schildert, wie er sich selbst als Versuchsobjekt zur Verfügung stellte. Dazu schreibt der Autor: "Dann [...] hatte ich eine Begegnung, die zu den Ereignissen gehört, die mein Leben in andere Bahnen gelenkt haben. Was damals geschah, änderte meine Vorstellung von Realität fast völlig" (Moody 1994:40). Moody saß in der Kabine und erlebte einen Kontakt mit seiner Großmutter väterlicherseits. Er wurde von ihr mit seinem Kosenamen angesprochen, den nur sie in seiner frühesten Kindheit verwendet hatte. Vor allem ein Aspekt berührte Moody sehr. Er kannte seine Großmutter als launische und negativ eingestellte Person, die eine sehr ausgeprägte katholische Realität lebte. Sie wusch ihm beispielsweise den Mund mit Seife aus, wenn er ein Wort äußerte, welches ihr missfiel. Sie vertrat sogar die These, es sei sündhaft, in einem Flugzeug zu fliegen. Moody konnte an jenem Tag feststellen, dass sich seine Großmutter auf äußerst positive Weise verwandelt hatte.